SAFt Wintersemester 2015

SAFt 2015

„SAFt?! Was ist das??“ Stellst Du Dir auch diese Frage? Hier haben sich keine Fehler der Groß- und Kleinschreibung eingeschlichen. Auch handelt es sich nicht um ein bestimmtes safthaltiges Getränk. Nein, wir sprechen von der SemesterAnfangsFreizeit.

Jedes Semester fahren wir meist für ein verlängertes Wochenende auf unsere Freizeit, die -wie der Name schon sagt- am Anfang des Semesters stattfindet, um uns (besser) kennenzulernen, Gemeinschaft zu haben, zusammenzuwachsen, Visionen nachzugehen, uns auf Gott auszurichten und aufzutanken, damit wir im Studiumsalltag gestärkt SEINEN Wegen folgen können.

Die diesjährige SAFt fand vom 06.11. – 08.11.2015 in Hack bei Seeg im Unterallgäu statt.

Am Freitagnachmittag ging es los. Viele von uns fuhren mit dem Zug von Augsburg nach Seeg und somit hat die SAFt schon am Bahnhof für die meisten begonnen. Langsam füllte sich das Haus von Familie Dopfer, von denen wir sehr herzlich willkommen geheißen wurden. Während sich eine Gruppe zum Kochen zusammengetan hat, haben die anderen unser Haus so eingerichtet und umgestellt, dass wir mit 23 Leuten Platz hatten. Das war definitiv eine Herausforderung, denn ursprünglich waren die einzelnen Ferienwohnungen in dem Haus für ca. 13 Personen gedacht. Doch aufgrund der Spontaneität und der Flexibilität auf Seiten der Familie Dopfer und unserem Motto „Je enger, desto gemütlicher“ war diese Herausforderung gut zu meistern.

Als die letzten Campusler abends gegen 20.30 Uhr eintrudelten, konnten wir mit dem gemeinsamen Abendessen in die SAFt offiziell starten. Nachdem wir unsere körperliche Nahrung zu uns genommen hatten und der Abwasch gemacht war, hat uns unser Gastsprecher Lukas Knieß vom Haus des Gebets in St. Georgen die Vorspeise der geistlichen Nahrung serviert, die Gott für uns für das Wochenende gekocht hat. Das Wochenende stand passend zu unserem Semesterthema „HeimwHerz“ unter dem Thema: „Näher zum Vaterherzen Gottes“. Anhand von Lukas 15,11-32 konnte uns Lukas in das berühmt berüchtigte Gleichnis vom verlorenen Sohn hineinnehmen.

Was? Das kennst Du schon? Gähhn… wie langweilig, oder? Nein, ganz und gar nicht! Hast Du dieses Gleichnis denn schon aus drei verschiedenen Perspektiven sehen können? Könnte es auch „Das Gleichnis von den verlorenen Söhnen“ heißen? Oder gar „Das Gleichnis des liebenden Vaters“? Lukas nahm uns hinein in diese drei Perspektiven: In die des jüngeren Sohnes, in die des älteren Sohnes und die des Vaters. Der Freitagabend hat uns einen Vorgeschmack auf das gegeben, mit dem wir uns am Wochenende auseinandersetzen wollten.

Der Samstag startete um 8.30 Uhr mit dem Frühstück und frischer Milch von den Kühen von nebenan, selbstgemachter Butter, Honig der hauseigenen Bienen und vielen Lieblingsaufstrichen von uns Campuslern. Dieser Tag stellte den Hauptgang der SAFt dar. Lukas arbeitete eng am Bibeltext und konnte uns Gott als Vater vorstellen, der jedem Einzelnen begegnen wollte.

Gott, der Vater, sieht Dich, er ist innerlich bewegt, läuft zu Dir, umarmt Dich und küsst Dich. Wie oft finden wir uns in dem jüngeren Sohn wieder, der sein eigenes Ding machen und sich nicht hineinreden lassen möchte. Doch bald merken wir, dass es uns nicht besser geht und dass wir beim Vater besser aufgehoben sind, auch wenn es davor nicht so aussah. Oft muss man erst zu dem Punkt dieser Erkenntnis kommen, um zu erfahren, dass man alleine nicht weiterkommt und sein erhofftes Glück nicht dort findet, wo man es vermutet und gesucht hat. Gott, der Vater, freut sich über jeden, der wieder zu IHM umkehrt oder es auch zum ersten Mal tut; egal wie weit weg man war, ER öffnet seine Arme und rennt uns entgegen. Gottes Liebe und Freude über jeden Einzelnen hört niemals auf, denn ER möchte, dass wir die Kindschaft annehmen.

Nach diesem so wohlduftenden und gesunden Teil der Hauptspeise machten wir uns auf den Weg nach draußen in die Natur. Wir hatten eine 15km-lange Wanderung in der Umgebung geplant, bei der wir unseren Gedanken nachgehen, mit anderen darüber sprechen, Gemeinschaft erleben und das super Wetter (kurze Hose und T-Shirt) genießen konnten. Nach der Halbzeit hat sich etwa die Hälfte von uns zurückgezogen, um einen Gebets-Workshop von Lukas mitzumachen. Der andere Teil hat die Wanderung fortgesetzt.

Während sich die Sonne immer mehr dem Horizont näherte, traten beide Gruppen den Heimweg an. Die ersten von uns, die auf dem Bauernhof ankamen, haben das Abendessen vorbereitet. Danach hat Lukas nochmal das Thema vom Vormittag aufgegriffen und ist speziell auf die Vaterfigur des Gleichnisses eingegangen. Im Mittelpunkt stand dabei, dass Gott ewig ist, dass Gott die Liebe ist und dass wir in Christus sind. Nach diesem Input konnten wir wieder während eines ruhigen Lobpreises beten, miteinander reden oder den wundervollen Sternenhimmel genießen, der einem die Größe und die Allmacht von unserem Vater, wie auf einem silbernen Tablett serviert, verdeutlichte.

Am Sonntag haben wir nach einem gemeinsamen Sonntagsfrühstück unseren Gottesdienst gefeiert. Das Wetter war so wunderbar, dass wir draußen im T-Shirt saßen. Der Input kann als Nachtisch gesehen werden. Er rundet den Hauptgang ab, aber man kriegt einfach nicht genug – einfach zu lecker. Wir haben die Perspektive des älteren Sohnes betrachtet und auf unser Leben übertragen. Gott der Vater hört zu und hält die Anklagen aus, denn ER sieht das Herz jedes Einzelnen. Bei IHM gilt nicht der Grundsatz: Erst die Arbeit, dann die Freude. Nein, denn alles, was SEIN ist, ist auch Dein. Ohne eigenen Verdienst, ohne christlichen Kniebeugen – einfach als Geschenk, das angenommen werden darf.

Diese wunderbare Botschaft hat auch Familie Dopfer fasziniert, sodass sie zu uns sagten: „Wenn so immer Gottesdienst ist, dann würde ich auch hingehen.“ Wir sind über die Gelegenheit so dankbar, dass unsere Gastgeber auch am dreigängigen Menü teilgenommen haben, denn ab und zu sind sie vor der Tür stehen geblieben und haben Lukas Worten zugehört. Was für ein Segen, dieser mega gastfreundschaftlichen Familie begegnet zu sein, die sicherlich ein paar Denkanstöße mitgenommen hat.

Nach dem Gottesdienst saßen oder lagen wir noch länger in der Sonne und haben die warmen Sonnenstrahlen aufgesaugt als wären sie die spürbare Liebe, die Gott uns geschenkt hat. Geprägt wurde diese persönliche Zeit mit Gott durch ruhige Lieder. Unter anderem auch das Lied „Abba“ von Bethel (Feat. Jonathan David Helser). Abba – Vater – ich gehöre zu Dir, denn Du bist bei mir, Du bist in mir.

You’re more real than
the ground I’m standing on,
You’re more real than
the wind in my lungs.

You’re closer than
the Skin on my bones,
You’re closer than
the Song on my tongue.

Your thoughts define me,
You’re inside me,
You’re my reality.

Abba, I belong to You!

Nach dem gemeinsamen Mittagessen räumten wir das Haus wieder auf und konnten es so hinterlassen, dass man nicht mehr gesehen hat, dass statt der gewöhnlich 13-köpfigen Belegung fast die doppelte Anzahl an Gästen da war.

Während die Gedanken beim Schreiben dieses Textes voller Freude nach Hack wandern, höre ich „Abba“ und freue mich über die weitere neue Perspektive, die ich durch die SAFt mitnehmen konnte und sich auf ihre Umsetzung freut.